Diese Seite soll über mögliche Krankheiten beim English Cocker Spaniel informieren, sowie eine Übersicht über mögliche Krankheitssymptome bieten.

  Gesunder Hund Kranker Hund
Augen klar gerötet, trübe, ständiges Reiben mit den Pfoten
Nase sauber Ausfluß, eitrig verklebt
Ohren sauber verkrustet, Ausfluß, übler Geruch, ständiges Kratzen und Kopfschütteln
Fell sauber, glänzend struppiges Aussehen, Haarausfall, Hautekzeme
Schleimhäute rosafarben blaß rosa bis weißlich oder rot entzündet
Zahnfleisch rosafarben, gut durchblutet weißlich, rot entzündet, käsiger, übelriechender Belag
Bewegungsapparat fließende, schwungvolle Bewegung Lahmheit, Bewegungsunlust, Schmerzlaute, Schwierigkeiten beim Aufstehen
Verdauung fester Kot, keine Verschmutzungen des Fells im Analbereich Durchfall, verschmutzte Analregion, häufiges Erbrechen, anhaltende Verstopfung, keine Kotabgabe, aufgeblähtes Abdomen
Temperatur normal, 37,5 bis 39 °C zu hoch oder zu niedrig
Verhalten aufmerksam, aktiv, Futter- und Wasserkonsum normal apathisch, unkonzentriert, unregelmäßiges Fressen, Futterverweigerung, erhöhtes Trinkbedürfnis, Rastlosigkeit, Winseln, erhöhtes Ruhe- und Schlafbedürfnis

Folgende Dinge sollten Sie als "Notfallapotheke" immer im Haus haben:

Fieberthermometer um feststellen zu können, ob Ihr Hund Normaltemperatur hat
Buscopan Zäpfchen für den Fall, dass Ihr Hund Fieber oder Krämpfe hat
Kohletabletten gegen Durchfall
Sauerkraut (Dose) Falls Ihr Hund etwas unverdauliches gefressen hat, das eventuell auch scharfe Kanten hat. Das Sauerkraut ummantelt das Objekt und der Hund kann es leichter ausscheiden.
Wasserstoff zum desinfizieren von offenen Wunden
Verbandsmaterial normale Binden, selbsthaftende Verbände und Watte
Pinzette zum entfernen von Splittern und Stacheln
Traumeel (Pillen) Homöopathisches Arzneimittel, dass entzündungshemmend wirkt. Zum Beispiel bei Bisswunden, oder anderen Wunden. Meist entzünden diese sich bei der Einnahme von Traumeel weniger, oder heilen schneller ab.

Auf jeden Fall gilt, sollten Sie sich bei der Behandlung Ihres Hundes nicht sicher sein, oder eventuelle Krankheitssymptome nicht genau deuten können, suchen Sie auf jeden Fall IMMER einen Tierarzt auf.
Dies soll nur als Hinweis dienen. Ich behandle meine Hunde meist selber und habe gute Erfahrungen damit gemacht. Allerdings ist auch bei mir der erste Weg der zum Tierarzt, wenn ich eine Krankheitssituation nicht selber einschätzen kann oder möchte. Es liegt in Ihrem Ermessen, wie Sie handeln. Ich schließe jegliche Haftung aus.

 

Mögliche Krankheiten beim English Cocker Spaniel:

 

Hüftgelenksdysplasie

Das Auftreten von Hüftgelenksdysplasie ist für insgesamt 79 Hunderassen nachgewiesen. Es handelt sich hierbei mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine genetisch bedingte Mißbildung der Gelenkkugel und der Gelenkpfanne mit klinischen Anzeichen für keine bis schwere Hüftlahmheit. Die ersten Symptome können sich bereits sehr früh, nämlich in einem Alter von nur fünf Monaten bemerkbar machen, jedoch kommt es nicht selten vor, dass das erst im Alter von zwei Jahren der Fall ist. Die Feststellung der Anomalie kann durch Röntgenaufnahmen beim ausgewachsenen Hund erfolgen.

Die krankhafte Veränderung des Gelenks beginnt innerhalb der ersten 24 Lebensmonate, in denen sich dann entscheidet, ob und in welcher Schwere die Krankheit ausbricht. Die Erbmasse dieser Hunde ist jedoch in jedem Fall vorbelastet, was sie automatisch aus der weiteren Zucht ausschließt. Auch hier wird nach Grad - (A bzw. 0 (frei) bis Grad +++ (E bzw. 4) - Fällen unterschieden.

Heute ist es anhand verschiedener Faktoren möglich zu beurteilen, ob sich bei einem Hund mit nachgewiesenen Anzeichen für Hüftgelenksdysplasie letztlich auch Symptome entwickeln werden. Zu den dabei zu beurteilenden Faktoren gehören die Körpergröße, der Körperbau, Wachstumsmerkmale sowie der Kaloriengehalt und das Elektrolytgleichgewicht in der Ernährung des betreffenden Tieres.

Bei der Auswahl eines Cocker Spaniels sollten Sie darauf achten, dass die Elterntiere beide nachweislich frei von Anzeichen für Hüftgelenksdysplasie sind oder bei einem Elternteil lediglich die Übergangsform (HD -+ bzw. B) bzw. leichte HD (HD+ bzw. C) diagnostiziert wurde. Ab dem Grad ++ (D) der Hüftgelenksdysplasie, werden die Hunde aus der Zucht ausgeschlossen. Ein Ausschluss von HD C Hunden ist nicht möglich, da es die Zuchtbasis des English Cocker Spaniels extrem einschränkt. HD C belastete Tiere sollten nur mit HD freien Tieren verpaart werden.

Die Tatsache, dass Sie vielleicht einen Hund mit Hüftgelenksdysplasie besitzen, bedeutet jedoch noch nicht, dass alles verloren ist und Sie das Tier besser einschläfern lassen sollten. Das klinische Bild dieser Krankheit ist ausgesprochen vielgestaltig.

Es kann sogar passieren, dass Hunde mit dem schwersten Grad der Diagnose kaum durch Schmerzen beeinträchtigt werden, wohingegen andere mit nur einer schwachen Veranlagung unter Umständen unter heftigen Schmerzen zu leiden haben. Der eigentlich ausschlaggebende Punkt bei dieser Erkrankung ist der, dass die Diagnose der Hüftgelenke die Entstehung von degenerativen Gelenkkrankheiten wie der Osteoarthritis oder Osteoarthrose begünstigt, die letztendlich in der völligen Unbrauchbarkeit der Gelenke resultieren.

In einem frühen Stadium sind Medikamente wie Aspirin und andere entzündungshemmende Mittel hilfreich, jedoch ist eine Operation bei Fällen von starken Schmerzen, einer erheblichen Beeinflussung der Bewegungsabläufe oder bei einem Ausbleiben der Reaktion auf verabreichte Medikamente unumgänglich.

 

Familial Nephropathy (FN)

Es handelt sich um eine beim Englisch Cocker Spaniel tödlich verlaufende Nierenerkrankung unter der besonders junge Cocker Spaniel leiden.

FN ist bei Cocker Spaniel bereits seit 30 Jahren bekannt. Die ersten Anzeichen dieser Krankheit treten im Alter von zwölf Wochen bis zwei Jahren auf. Wenn die Nierenstörung beginnt, verlieren die Welpen meist an Gewicht, werden kränklich und wollen nicht fressen. Manche haben einen unstillbaren Durst oder müssen ständig Urin lassen. Einige wenige bekommen sogar Durchfall.

Es gibt bislang keine Heilungsmöglichkeit und die Schädigung ist irreparabel. FN wird einfach, rezessiv vererbt, was bedeutet, dass beide Elterntiere träger dieser Gene sein müssen.

Mögliche Resultate des FN Gentests:

 Possible results using the OptiGen FN test 
N =
Normal (Clear)
Homozygous for normal gene, so will never develop the disease
(Der Hund trägt das veränderte Gen nicht.  Er wird das veränderte Gen nie vererben und die Krankheit nie bekommen.)
C =
Carrier
Carries one disease gene, but will never develop the disease
(Der Hund trägt das veränderte Gen.  Er wird das veränderte Gen vererben, aber nicht an FN erkranken.)
A =
Affected
Homozygous for disease gene and will develop the disease 
(Der Hund ist Träger des veränderten Gens.  Die Krankheit wird ausbrechen und der Hund wird voraussichtlich in sehr jungem Alter daran sterben.)

Der Erbgang von Familial Nephropathy:

Expected results for breeding strategies using the OptiGen FN test
Parent 1
Status
Parent 2 Status
Normal/Clear
Carrier
Affected
Normal/Clear
All = Normal/Clear
1/2 = Normal/Clear
1/2 = Carrier
All = Carrier
Carrier
1/2 = Normal/Clear
1/2 = Carrier
1/4 = Normal/Clear
1/2 = Carrier
1/4 = Affected
1/2 = Carrier
1/2 = Affected
Affected
All = Carrier
1/2 = Carrier
1/2 = Affected
All = Affected

Ab sofort gibt es die Möglichkeit eines Gentests auf FN bei der Firma Optigen in den USA.

Nähere Informationen erhalten Sie hier:

http://www.cockerclub-deutschland.de/index.html?optigen.html

www.optigen.com

 

 Augenerkrankungen

Netzhautatrophie (PRA - Progressive Retinaatrophie)

http://www.tieraugenpraxis.de/default.aspx?pageId=18&subid=12

PRA-Gentest bei Optigen in den USA: www.optigen.com

Bei dieser Krankheit haben wir es mit einer schnell voranschreitenden Verringerung der Sehfähigkeit zu tun, die in völliger Blindheit endet. Der Auslöser ist ein defektes Gen, das beim English Cocker Spaniel bereits entdeckt und identifiziert werden konnte. Es wird als "prcd" bezeichnet.

Im Gegensatz zu einigen anderen Erbkrankheiten, sind hier innerhalb der Hunderassen unterschiedliche spezifische Erbgutmerkmale und Altersstufen beim Krankheitsausbruch erkennbar. Beim Cocker treten die ersten Probleme relativ spät auf.

Die Krankheit ist autosomal rezessiv vererbbar, es müssen also beide Elterntiere Träger des mutierten Gens sein.

Das Krankheitsbild zeigt eine fortschreitende Artophie (Degeneration) des Netzhautgewebes. Der Verlust der Sehfähigkeit geht langsam, aber stetig voran, weshalb sich viele Hunde an ihre verminderte Sehfähigkeit anpassen, bis sie letztlich fast völlig blind sind. Aus diesem Grund wird die Krankheit oftmals erst dann bemerkt, wenn sie schon sehr weit fortgeschritten ist.

Die Netzhautatrophie umfaßt sowohl degenerative als auch dysplastische Varianten. Das mag etwas verwirrend klingen, jedoch ist es wichtig zu verstehen, dass viele auffallend unterschiedliche Probleme in einer Netzhautatrophie resultieren können. Die Netzhautdyspalsie ist beispielsweise auf eine Deformation im Netzhautgewebe zurückzuführen, die während der embryonalen Entwicklung entsteht. Da Hunde ihre Umwelt nicht nur mit den Augen sondern auch mit den Ohren und der Nase wahrnehmen, gleichen sie ihre verminderte Sehfähigkeit meistens mit einem extrem gut ausgeprägten Geruchssinn und Hörvermögen aus.

Die Diagnose kann anhand von drei Untersuchungsmethoden erstellt werden-die beste Möglichkeit ist ein DNA-Test, hierbei ist jede Fehldiagnose ausgeschlossen, eine weitere ist eine direkte Visualisation der Netzhaut oder eine Elektroretinographie. Eine indirekte Ophtalmoskopie erfordert viel Training und die Erfahrung eines Experten, weshalb diese Untersuchungstechnik meistens nicht von normalen Tierärzten, sondern fast ausschließlich von Augenspezialisten durchgeführt wird. Diagnostische Veränderungen sind gewöhnlich erst im Alter von drei bis fünf Jahren erkennbar.

Die Elektroretinographie ist ebenfalls eine knifflige Sache und wird gewöhnlich auch nur von Spezialisten angewandt. Die Untersuchung ist schmerzlos, und das verwendete Instrument sensibel genug, um selbst die frühesten Anzeichen der Krankheit zu erkennen. Beim Cocker lassen sich diagnostische Veränderungen normalerweise in einem Alter von neun Monaten feststellen.

Leider gibt es für Netzhautathrophie derzeit noch keine effektive Behandlungsmethode, was zu Folge hat, dass alle betroffenen Hunde letztendlich erblinden. Gerade deshalb ist die Früherkennung der Krankheit besonders wichtig, denn nur so kann verhindert werden, dass sie durch vorbelastete Elternteile weitervererbt wird.

 

Grauer Star (Katarakt)

http://www.tieraugenpraxis.de/default.aspx?pageId=18&subid=8

Als Grauen Star wird jede Trübung der Linse des Auges bezeichnet, ganz gleich, wie klein oder groß sie auch sein mag. Spezialisten für Augenkrankheiten bei Hunden nehmen eine sehr feine Unterteilung solcher Erscheinungen vor, die auf der Basis des Ausbruchs und der Lage des befallenen Bereichs festgelegt wird.

Beim Cocker Spaniel wird die Krankheit autosomal rezessiv vererbt; es müssen also beide Elternteile Träger des verantwortlichen Gens sein. In jedem Fall aber ist die Rasse für zwei unterschiedliche Formen der Erkrankung besonders anfällig, die sowohl bei Junghunden als auch bei erwachsenen festgestellt werden können - progressive und kortikale Katarakte. Viele Hunde gewöhnen sich an die durch die Krankheit verursachte Beeinträchtigung ihrer Sehfähigkeit, jedoch ist die chirurgische Entfernung von Katarakten möglich und meistens auch erfolgreich. Der Zustand kann in Zusammenhang mit unterschiedlichen anderen Defekten wie Vitreo-Netzhautdysplasie und Chondrodysplasie auftreten. An Grauem Star erkrankte Hunde, deren Eltern und Welpen sollten nicht für die weitere Zucht verwendet werden und unter ständiger tierärztlicher Kontrolle stehen.

Zuchthunde müssen sich jährlich einer Augenuntersuchung durch einen vom DOK anerkannten Augentierarzt unterziehen.

 

Glaukome (grüner Star)

http://www.tieraugenpraxis.de/default.aspx?pageId=18&subid=5

Glaukome sind die führende Ursache für Erblindungen bei Tieren und werden durch einen erhöhten Innendruck im Augapfel hervorgerufen. Alle Umstände, die den Abfluß des Kammerwassers im Auge behindern, können zu einem Glaukom ausarten, jedoch sind nicht alle Auslöser dafür genetisch bedingt.

Primäre Glaukome sind innerhalb mehrerer Rassen festzustellen und so auch beim Cocker Spaniel. Wir unterscheiden drei Arten von erblich bedingten Glaukomen - das weitwinklige, wie es auch vom Beagle bekannt ist, das engwinklige, wie es beim Cocker vorkommt und die Goniodysgenese, die beim Amerikanischen Cocker Spaniel auftritt.

Glaukome führen oft zu geröteten und schmerzenden Augen. Die meisten Cocker Spaniel werden davon in einem Alter von mehr als drei Jahren befallen. Die Diagnose wird anhand einer Augendruckmessung erstellt. Die Gonioskopie ist eine Technik zur visuellen Untersuchung des Abflußwinkels im Auge, wodurch die genaue Ursache des Problems festgestellt werden kann. Abhängig von der Schwere der Krankheit kann ein operativer Eingriff erforderlich werden oder auch eine medikamentöse Behandlung ausreichen. Erkrankungen durch genetisch bedingte Glaukome können nur dann verhindert werden, wenn keine derart vorbelasteten Cocker zur Zucht verwendet werden.